Christian J. Braun, Ludwig Maximilian Universität, München, Deutschland

Projekt 2017

Regulation der Genverarbeitung als Therapieansatz gegen Metastasen 

Die Ausbreitung von Krebszellen über Blut- und Lymphbahnen (Metastasen) ist für schwere Krankheitsverläufe und Todesfälle verantwortlich. Um zu überleben und sich im Körper auszubreiten, müssen Krebszellen ihre Genaktivität sehr schnell und grundlegend an neue, oft extrem lebensfeindliche Bedingungen anpassen – zum Beispiel an Sauerstoff- oder Nährstoffmangel.

Frühere Forschungsergebnisse zeigten, dass dabei ein bisher wenig erforschter Mechanismus eine zentrale Rolle spielt: die verzögerte Verarbeitung bestimmter Genabschnitte, sogenannter „detained introns“. Durch diese zeitlich gesteuerte Genverarbeitung können Zellen ihre Aktivität flexibel an neue Bedingungen anpassen. In gesunden Zellen wirkt dieser Mechanismus regulierend. Tumorzellen jedoch nutzen ihn – in veränderter Form- um Wachstum und Ausbreitung zu fördern.

Ziel des Projekts ist es, die Bedeutung dieser fehlgesteuerten Genregulation für die Metastasierung von Brustkrebs zu untersuchen und zu prüfen, ob sich dieser Prozess therapeutisch beeinflussen lässt. Langfristig soll so ein neuer Ansatz zur gezielten Hemmung von Metastasen entwickelt werden.